Warum dem Hund bleib beibringen cooler ist als es sich anhört!

Ein Bild mit einem weißen, sitzenden Hund

Dem Hund bleib beibringen hört sich erst mal nicht sehr cool an und ist für viele tatsächlich überflüssig. Bei manchen wird der Befehl „sitz“ so lange durchgeführt, bis der Hund entlassen wird. In solch einem Fall wäre der Befehl „bleib“ natürlich unnötig.

 

Wir haben damals in der Hundeschule allerdings den Befehl „bleib“ gelernt, weshalb ich heute auch darüber schreiben möchte. Ich mag den für viele unnötigen Befehl, denn er ermöglicht mir jederzeit, den Hund in eine sichere Parkposition zu bringen, während ich andere Dinge erledige.

 

Tanis bleibt sowohl im „Sitz“ als auch im „Platz“ oder im Stehen im „Bleib“, was ich super erleichternd finde.

8 Alltagssituationen, für die sich dem Hund bleib beibringen allemal lohnen

 

Um Euch davon zu überzeugen, dass sich dem Hund bleib beibringen lohnt, beschreibe ich Euch mal unsere 8 wichtigsten Situationen, in denen mir „Bleib“ den Alltag erleichtert.

 

Vor dem Start vom Futterbeutel Spiel

 

Dass wir total im Futterbeutel-Fieber sind, habe ich Euch ja bereits in meinem Beitrag „Der Futterbeutel: warum er das Gassi gehen in der Stadt so aufwertet“ erzählt. Mit dem Befehl „Bleib“ starten wir genau dieses Spiel. Während Tanis wartet, kann ich ihn Ruhe den Futterbeutel verstecken.

 

Auf diese Weise starten wir übrigens jegliche Art von Spiel: Versteck- und Suchspiele oder auch wenn Tanis Karton zerreißen darf. Wenn Tanis den Kong zum Ausschlecken bekommt (die Anleitung gibt’s in dem Beitrag „3 Hundespiel Ideen, auf die alle Hunde stehen“), starten wir ebenfalls im „Bleib“.

 

Während ich das jeweilige Spiel vorbereite, wartet er brav im „Bleib“, bis es los geht.

Vorm Füttern

 

Ich lasse Tanis immer vor jeder Fütterung vor seiner Futterstation absitzen mit dem Befehl „Bleib“. Dann bereite ich sein Futter zu und tue es in den Napf. Mit dem Befehl „Frei“ steht er auf und frisst sein Futter.

 

Ich kann in Ruhe alles vorbereiten und habe keinen wuseligen, aufgeregten Hund zwischen meinen Füßen rumspringen.

 

Vorm Bäcker

 

Ich lasse Tanis wirklich niemals vor dem Supermarkt alleine warten. Wir wohnen mitten in Berlin, und hier hört man immer wieder von Hundeklau.

 

Aber sonntags vor dem Bäcker lasse ich Tanis absitzen und im „Bleib“ warten. Ich habe ihn jederzeit im Blick, kann aber trotzdem in Ruhe die Brötchen kaufen.

Nach dem Gassi gehen

 

Im Herbst und Winter ist Tanis mit seinem langen Fell nach dem Gassi gehen fürchterlich dreckig. Ich lasse ihn zuhause angekommen im „Steh“ und „Bleib“ vor der Tür warten. Ich ziehe mir dann flott den Wintermantel, Schuhe etc. aus und lege das Handtuch schon mal hin.

 

Wenn ich ihn dann mit „Frei“ aus dem Befehl entlasse, läuft er auf das vorbereitete Handtuch und lässt sich sauber machen. Sehr praktisch und stressfrei – eine meiner liebsten Situationen, in denen ich „Bleib“ nutze.

 

Abruf-Training/Grundgehorsamsübungen

 

Während des Gassigehens fordere ich immer wieder Gehorsamkeitsübungen ein. Ich rufe ihn ab, lasse ihn sitzen und eben auch im „Bleib“ verharren. Wir üben immer wieder die Befehle auch unter Ablenkung. Der Befehl „Bleib“ lässt super integrieren und ist durchaus immer noch eine Herausforderung.

 

Ich lasse Tanis immer unterschiedlich lange im „Bleib“ verweilen, dass das er sich nie sicher sein kann, wenn der Befehl vorbei ist. Das lässt ihn aufmerksam bleiben.

Zum Foto machen

 

Da wir ja für die Haustier Notfallkarte sehr aktiv auf unseren Social Media Kanälen sind, mache ich von Tanis regelmäßig Fotos. Der Befehl „Bleib“ leistet mir dabei sehr gute Dienste, so dass ich nicht total übereilt Fotos machen muss. Tanis bleibt solange in der Position, bis ich zu ihm zurück gehe und ihn mit „Frei“ erlöse.

 

Wenn Besuch kommt und der Hund auf seiner Decke bleiben soll

 

Eine super Erleichterung ist „Bleib“, wenn wir Besuch bekommen. Nicht jeder mag Hunde, und um die Situation zu entschärfen, lasse ich Tanis in seinem Körbchen „Platz“ machen und gebe ihm den Befehl „Bleib“. Auch sehr gut, wenn fremde Kinder zu Besuch kommen!

 

Beim Warten im Café

 

Ein Käffchen hier, ein Käffchen da – das Berliner Leben ist schon schön. Und mittendrin Tanis, der ganz brav im „Bleib“ bleibt, während ich mir noch einen Kaffee an der Theke bestelle oder selbigen kurz umme Ecke bringe ;)

Beim Spaziergang, um Jogger und Radfahrer vorbeizulassen oder um Kinder zu versorgen

 

Beim Spaziergang in der Stadt gibt es viele Ablenkungen. Autos, entgegen kommende Menschen und Hunde, Fahrradfahrer oder auch Jogger. Es ist egal, ob ich mir nur flott den Schuh zubinden, das Handy aus dem Rucksack kramen oder das Kind versorgen muss, Tanis ist mit dem Befehl sicher „geparkt“.

 

Wenn Euer Hund die Kommandos Sitz oder Platz beherrscht, kann es also los. Dem Hund bleib beibringen ist wirklich einfach und benötigt nur 3 Grundschritte:

Ein Bild mit zwei kleinen, sitzenden Hunden

Schritt 1

 

Lasst Euren Hund den Befehl sitz ausführen

 

Schritt 2

 

Stellt Euch vor Euren Hund und streckt ihm die flache Hand entgegen, die in Richtung Eures Hunde zeigt.
Dieses Handzeichen verknüpft Euer Hund später mit dem Befehl bleib.

 

Schritt 3

 

Geht nun für wenige Sekunden rückwärts einen Schritt weg von Eurem Hund, während Ihr den Sichtkontakt zu ihm weiter haltet, und sagt den Befehl bleib.
Bevor Euch Euer Vierbeiner folgt, geht Ihr wieder zurück zu ihm und belohnt ihn, wenn er sitzen geblieben ist.

Wenn es nicht klappt

 

Wenn dem Hund bleib beibringen etwas schwierig gestaltet und Euer Hund aus dem „Bleib“ aufsteht, bringt ihn kommentarlos wieder zu seinem alten Platz zurück und beginnt die Übung erneut – dieses Mal mit einer kürzeren Distanz.

 

Tipp 1

 

Dreht Eurem Hund anfangs nicht den Rücken zu. Dann könnt Ihr schneller eingreifen, wenn er aufsteht.

 

Tipp 2

 

Haltet keine Belohnung in der Hand, wenn Ihr Euch von Eurem Hund wegbewegt. Hunde neigen dazu, der Belohnung zu folgen. Daher mein Ratschlag, die Belohnung erst aus der Hosentasche zu holen, wenn Ihr wieder beim sitzenden Hund angekommen seid.

Tipp 3

 

Ruft Euren Hund nicht aus dem „Bleib“ ab. Es ist besser, den Hund sitzen zu lassen, sich ein paar Meter von ihm zu entfernen und dann wieder zu ihm zurück zu gehen.

 

Wenn Ihr ihn aus dem „Bleib“ abruft, hat er irgendwann die Erwartungshaltung, Euch gleich zu folgen. Er bleibt zwar womöglich zuerst sitzen, sitzt aber wie auf heißen Kohlen, weil er erwartet, dass Ihr ihn gleich abruft. Oder ganz blöd: bevor Ihr Euch nach dem Entfernen zu ihm umdreht, ist Euer Vierbeiner schon längst los gelaufen und möchte freudig seine Belohnung bei Euch nehmen :)

 

Tipp 4

 

Wenn Euer Hund zwar im „Bleib“ ist, aber wegschaut, ruft ihn am besten nicht, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Denn wenn er seinen Namen hört, will er womöglich zu Euch kommen und springt freudig auf.

 

Ist Euer Hund unaufmerksam, geht einfach zu ihm zurück und belohnt ihn, bevor er aufsteht.

Distanz und Ablenkungen steigern

 

Steigert die Distanz zwischen Euch und Eurem Hund ganz langsam.

 

Auch „Bleib“ außer Sicht zu üben, ist eine super Steigerung. Gerade bei Such- oder Versteckspielen steigert man die Herausforderung, indem man die zu suchenden Objekte außer Sicht versteckt.

 

Anfangs erfolgen die Übungen am besten ohne Ablenkung, aber baut mit der Zeit durchaus Ablenkungen ein und steigert somit die Herausforderungen für Euren Hund. In der Stadt zwischen vielen Menschen oder auf der Hundewiese mit anderen Hunden – beides sind super Übungsplätze!

 

Dem Hund bleib beibringen – ja oder nein?

 

Manche Hundehalter finden den Befehl „bleib“ überflüssig, weil sie ihren Hund so erziehen, dass „sitz“ sitzen bedeutet, bis er aus dem Befehl wieder entlassen wird. Das ist natürlich eine absolut gängige Variante.

 

Wie heißt es so schön, alle Wege führen nach Rom :) Es gibt viele, verschiedene Möglichkeiten in der Hundeerziehung – zum Glück! Denn dann kann sich jeder die Variante heraussuchen, die für ihn am Besten ist.

 

Wir haben mit Tanis in der Hundeschule den Befehl „bleib“ extra dazu gelernt. Bei uns ist der Befehl „Sitz“ das Hinsetzen und der Befehl „bleib“ das Verharren auf der jeweiligen Stelle – egal in welcher Position.

 

Tanis war früher ein sehr quirliger Hund, dem das Bleiben auf einer Position etwas schwer fiel. Indem wir den Befehl „bleib“ inkl. der Handbewegung dazu eingeführt haben, fiel ihm das Sitzen und Verharren leichter. Aber jeder Hund ist da natürlich anders ;)

 

Nutzt Ihr den Befehl „bleib“? Und wenn ja, in welchen Situationen? Ich bin schon ganz gespannt auf Eure Antworten und freue mich über den Erfahrungsaustausch mit Euch.

 

Alles Liebe,
Tanja

Erfahre mehr über uns!

kostenloser Ratgeber "Erste Hilfe beim Hund"

Ratgeber

„Erste Hilfe beim Hund“

Jetzt kostenlos herunterladen

Haustier Notfallkarte

Haustier Notfallkarte

Jetzt kaufen

Haustier Notfallkarte Schlüsselanhänger

Notfall Schlüsselanhänger

Jetzt absichern

Haustier Notfallkarte

Jetzt kaufen

Haustier Notfallkarte

Notfall Schlüsselanhänger

Jetzt absichern

Haustier Notfallkarte Schlüsselanhänger

Ratgeber „Erste Hilfe beim Hund“

Jetzt kostenlos herunterladen

kostenloser Ratgeber "Erste Hilfe beim Hund"

Kommentare

  • Stefanie

    ?!? BLEIB ?!?
    Also ehrlich, ich hätte gedacht es gibt jetzt irgendwas sinnvolles wieso BLEIB wirklich wichtig ist, aber absolut das Gegenteil, man hat mir damit bewiesen ohne BLEIB läuft es viel einfacher.
    Wieso soll man ohne BLEIB oben genanntes NICHT machen können?
    Sitz – setzt dich und bleib bis ich was anderes sage
    Platz – leg dich und bleib bis ich was,anderes sage
    Und der Vorteil ich muss nicht schnell sein.
    Wieso?!? Weil sitz ja heißt sitz und bleib, ein Hund meiner Bekannten hat sitz und bleib gelernt, wenn jedoch ein Reh oder Hase in der Nähe ist, funktioniert sitz Popo nach unten und gleich weg, weil sitz ja nur das heißt. Also wieso soll BLEIB gut sein?

    BLEIB kann mann als externes Kommando bei uns WARTEN einführen, als bleib an der Stelle aber wie du willst, also egal ob sitz, Platz, Tod, …

    Antworten
    • Tanja

      Hallo Stefanie,

      danke für Deinen Kommentar. Ich denke, es gibt so viele verschiedene Ansichten zum Thema Hundeerziehung, so dass jeder selbst entscheiden muss, was für ihn oder sie stimmt.

      Dieser Blog handelt von meinen Erfahrungen mit meinem Hund. Ich biete hier keine Generallösungen an.

      Der Blog ist wohl eher nichts für Dich, wenn Du nicht an einem Erfahrungsaustausch interessiert bist.

      Alles Liebe,
      Tanja

      Antworten
  • yeRainbow

    Deine Beschreibung, wie man dieses Kommando aufbaut, ist sehr gut verständlich.
    mir hat nur nie eingeleuchtet, wozu man zum Kommando „Hinsetzen“ noch ein weiteres fürs Bleiben haben sollte…
    ich habe bisher nur Hunde aus xter Hand, da ist das Etablieren von vernünftigem Benehmen und gutem Gehorsam eh etwas kitzeliger. Perfektion erreicht man da nicht, vielleicht einen guten Schnitt. also, ich nehme meine mit in Hotels etc, aber einige Baustellen wird es immer geben…
    denen gebe ich das Kommando. das gilt, bis ich es durch ein anderes aufhebe.
    aber vielleicht kannst du mir das mit dem Vorteil eines „Bleib“ Kommandos erklären, dann baue ich es bei uns vielleicht auch ein…

    Antworten
    • Tanja

      Hallihallo,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Im Grunde gibt es keinen Vorteil oder Nachteil für den Befehl „bleib“. Ich denke, es sind einfach zwei verschiedene Vorgehensweisen bzw. Methoden in der Hundeerziehung. Dem Hund ist es sicher egal, ob er solange sitzt, bis man ihn aus dem Befehl entlässt oder ob man ihn mit „bleib“ so lange sitzen lässt, wie man das möchte :)

      Wir haben in der Hundeschule damals gelernt, dass der Befehl „sitz“ das Hinsetzen und der Befehl „bleib“ das Verharren auf der jeweiligen Stelle bedeutet. Da Tanis ein recht nervöser Hund war früher, hat ihm der Befehl „bleib“ mit der dazugehörigen Handbewegung (Hand zeigen, ähnlich wie STOPP-Bewegung) noch einmal zusätzlich geholfen, auf einer Stelle zu verharren.

      Wenn Du Deine Hunde ohne den Befehl „bleib“ erziehst und damit zufrieden bist, ist das absolut super. Ich freue mich für Dich und danke Dir vielmals für das Teilen Deiner Erfahrung.

      Alles Liebe,
      Tanja

      Antworten
  • Bossi

    Ich beschäftige mich gerne mit meinem Hund und habe ihr auch das Kommando bleib beigebracht. Es ist immer wieder spannend und ich bin stolz wenn es funktioniert. Sie balanciert auf Baumstämmen, sucht in der Runde nach Leckeren und im Anschluss spielen wir noch mit dem Ball. Meistens sind wir bei der großen Runde 2 Stunden unterwegs und ich finde man sollte sich auch mit dem Hund beschäftigen.
    Das mache ich erst dann, wenn ich der Meinung bin das sie genug geschnüffelt hat und das Geschäft erledigt ist.

    Antworten
  • Stephanie

    Hallo Tanja,
    wir haben das „Bleib“ auch von Anfang aufgebaut…genau so wie du es beschrieben hast. Und ich bin froh darüber… Ich nutze das Kommando z.B. wenn Digger hinter seinem Kong hinterherjagen und ihn zurückbringen soll. Ab und zu muss er einfach neben mir bleiben, ich werfe den Kong und erst wenn ich ihn losschicke, flitzt der Kerl los. Auch ist es hilfreich, wenn ich sein „Tütchen“ (hm, bei einem Berner-Sennenmix ist es eher ein Sack) in den Mülleimer werfen will und dieser auf der anderen Straßenseite ist. Digger bleibt wie versteinert auf seiner Wiese stehen und ich kann entspannt entsorgen.
    Also für uns ist dieses Kommando sehr hilfreich, aber wie du es schon geschrieben hast…für jeden sind andere Dinge wichtig und jeder Hund ist auch anders – bloß gut!!! :o)

    Antworten

Hinterlasse ein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden eines Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass alle Angaben gespeichert werden. Als Name kann ein Spitzname angegeben werden, die Mail-Adresse wird niemals veröffentlicht. IP-Adressen werden nicht gespeichert. Für mehr Infos, schauen Sie bitte in der Datenschutzerklärung.