Hundebegegnungen an der Leine sind tabu

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“Hunde müssen sich doch mal beschnüffeln dürfen!”

 

Ihr kennt sie bestimmt, die Aussagen mancher Hundehalter, die Gänsehaut und inneres Schreien auslösen: „Hunde müssen sich doch mal hallo sagen dürfen!“. Tanis ist fast 12 Jahre, und mir sind schon so einige wirre Aussagen an den Kopf geworfen worden, nur weil ich den Kontakt zu anderen Hunden an der Leine nicht erlaube.

 

„Aber der wedelt doch mit dem Schwanz! Der will Kontakt!“

 

Es hält sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen, dass Schwanzwedeln Freude ausdrückt. Schwanzwedeln drückt allgemein Erregung oder Aufregung aus. Es kann Freude bedeuten, aber eben auch Unsicherheit und Anspannung.

 

 

Ich rede nicht um den heißen Brei herum: Hundebegegnungen an der Leine sind für mich ein No-Go!

 

Es gibt wirklich viele gute Gründe, die dagegen sprechen. Und um ehrlich zu sein, es gibt keinen einzigen Grund, der dafür spricht, schaut selbst:

 

„Hallo sagen“ ist Vermenschlichung

 

Hunde müssen nicht jedem Hund, den sie begegnen hallo sagen. Das wollen sie vielleicht, aber sie müssen es definitiv nicht. Im Übrigen tun wir Menschen es ja auch nicht. Und hallo sagen ist etwas Menschliches. Wieso?

 

Hunde riechen 10.000 Mal besser als wir Menschen. Sie bekommen alle nötigen Informationen über den anderen Hund auch ohne direkten Kontakt mit. Es ist also definitiv nicht nötig, dass Hundi anderen Hundis hallo sagt.

 

Leinenführigkeit adé

 

Wir nehmen unseren Hund an die Leine, um ihn zu führen. Also bedeutet es, dass wir die Richtung und die Geschwindigkeit vorgeben.

Was aber passiert, wenn der eigene Vierbeiner unbedingt zu einem anderen Hund will? Er entscheidet dann plötzlich die Richtung und die Geschwindigkeit.

 

Und er lernt dadurch einfach nur, dass er Erfolg hat, wenn er nur fest und lange genug an der Leine zieht. Ergo: Wir geben also die Führung ab!

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Leine bedeutet Schutz

 

Manche Hunde brauchen die Verbindung zum Hundehalter als eine Art Schutz oder Sicherheit. Und überhaupt sind wir als Rudelführer dafür verantwortlich, dass sich der Vierbeiner bei uns wohl fühlt.

 

Daher ist es wichtig, dass wir dem Hund das Gefühl geben, dass er an unserer Seite sicher ist. Auch dann, wenn uns andere Hunde begegnen. Wir übernehmen die Verantwortung für ihn und regeln das. Er muss nicht eingreifen und sich mit dem anderen Hund auseinandersetzen.

 

Verletzungsgefahr

 

Wenn sich Hunde, die an der Leine sind, treffen, sind ganz schnell die Leinen oder Beine verheddert. Da kann ganz schnell etwas passieren. Nicht nur bei den Hunden!

 

Auch bei uns Hundehaltern. Schon mal einen 30-Kilo-Hund an der Leine gehabt, der sich plötzlich und voller Elan in die Leine drückt, um zu einem anderen Hund zu kommen?

 

Da ist schnell mal das eigene Bein oder der eigene Arm gezerrt oder eine Schürfwunde geholt.

 

Im Übrigen verknüpft Euer Vierbeiner eine mögliche Verletzung dann nicht mit der bösen Leine, sondern mit der Begegnung mit dem bösen Hund. Was dann womöglich noch schlimmere Konsequenzen nach sich zieht…

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Die Leine bedeutet eine Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit

 

Die Kommunikation ist für Euren Hund an der Leine nur sehr eingeschränkt möglich. Hunde, die sich ungeleint begegnen, nähern sich in einem Halbbogen einander an. Auf diese Art beriechen sie sich schon einmal und tauschen Informationen aus.

 

Will einer der Hunde keinen Kontakt, könnte er also ausweichen.

 

An der Leine ist an Rückzug nicht zu denken. Euer Hund muss sich also mit dem anderen Hund auseinandersetzen, ob er will oder nicht. Aggressivität ist dann oft die letzte Möglichkeit.

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Fazit: Keine Hundebegegnungen an der Leine

 

Ich bin absolut für Hundebegegnungen. Aber bitte gute Hundebegegnungen und keine schlechten! Bevor schlechte Hundebegegnungen, dann lieber keine! Es muss ja an der Leine nichts passieren, aber es kann.

 

Ich lasse Hundebegegnungen an der Leine nur dann zu, wenn Tanis und der entgegenkommende Hund entspannt sind. Beim kleinsten Anzeichen von Stress gehe ich mit Tanis aus der Situation heraus. Mir ist klar, dass dies nicht jeder versteht oder sogar doof findet, aber mir geht es damit besser.

 

Wie handhabt Ihr das mit Hundebegegnungen? Ich freue mich auf Eure Erfahrungen und Meinungen.

 

Alles Liebe,
Tanja

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Kommentare

  • Renee Leising

    Totale Verallgemeinerung mal wieder….. Man kann hunde auch an der leine zusammen bringen ohne dass all diese Regeln gebrochen werden. Eine Hunde Begegnung sollte mit und ohne Leine mit meiner Erlaubnis und mit meiner Kontrolle stattfinden. Ohne zerren ohne verheddern und ohne unkontrolliertes hinstürzen. Wenn der Hund das nicht mal an der Leine beherrscht wie soll ich ihn dann mit gutem gewissen Ableinen? Mit und ohne Leine sollte sich der Hund mein Feedback abholen bevor er den andern Hund beschnüffelt. Nur dass ich ohne Leine nicht korrigieren kann bei einem akustisch unempfindlichen Hund.

    Antworten
    • Tanja

      Lieber Renee,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Im Grunde sind wir doch einer Meinung :) Denn ich gebe Dir absolut recht, dass Hundekontakt nur mit der Zustimmung des Hundehalters erfolgen sollte (so habe ich es in meinem Beitrag auch geschrieben). Ich achte auf die Körpersprache meines und des entgegen kommenden Hundes. Wenn ich ein Anzeichen von Stress sehe, lehne ich Hundekontakt ab. Es soll sich ja jeder in der Situation wohl fühlen, nicht wahr ;) Denn nur dann ist es guter Hundekontakt, finde ich.

      Und zu Deinem Satz “Totale Verallgemeinerung mal wieder…” möchte ich Dir noch sagen, dass dies ein persönlich geführter Blog ist, der von meinen Erfahrungen mit meinem 12jährigen Hund handelt ;) Ich gebe hier keine Generallösungen und freue mich einfach nur über einen Meinungsaustausch mit anderen Hundehaltern ;)

      Alles liebe für Dich,
      Tanja

      Antworten
  • Hanni

    Ich habe damit kein Problem. Mein Hund hat drei vier Hundekumpel, die bei Begegnung freudig begrüßt werden. Da wird dann auch rumgekaspert und die Leine würde nur stören. Alle anderen Hunde werden entweder ignoriert oder er knurrt mal leise beim vorbeigehen. Er bestimmt, welchen Hund er kennenlernen möchte. Und wenn der andere nicht will akzeptiert er es. Mein Hund ist ohnehin nicht der Spielhund. Er schnüffelt und stöbert viel lieber allein im Wald oder Wiese.

    Antworten

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